SV Rohrbach – Historisches

Bereits in den Jahren 1928 bis 1931 waren Bestrebungen im Gange, um in unserer Gemeinde den Fußballsport zu forcieren, weil damals schon in unserer näheren und weiteren Umgebung Fußballvereine bestanden. Leider konnten zu dieser Zeit aus verschiedenen Gründen, u.a. mangelnder Organisation, Fehlen einer Sportanlage und Unaufbringung der finanziellen Mittel ein geordneter Spielbetrieb nicht durchgeführt werden, obwohl beachtlich gutes Spielermaterial vorhanden war. So beschränkte man sich nur auf gelegentliche Freundschaftsspiele, die abwechselnd hinter dem Ziegelofen, auf der Bahnböschung rechts der Bahnbrücke, und später dann auf der Schütz Paul (Pusitz Paul) Sandwiese, zur Austragung kamen.

Stehend von links: Rauhofer Stefan, Holzinger Josef, Horning Julius, Schütz Lorenz, Fasching Martin; Mittlere Reihe von links: Berger Alfred, Radowan Franz, Giefing Franz; Vordere Reihe von links: Schütz Hermann, Reismüller Johann, Michalits Lorenz

Parallel zu dieser sogenannten Kampfmannschaft entwickelten sich die sogenannten Schmoll- und Erdalclubs. Für den unteren Ort war der Schmollclub repräsentativ, der von Herowitsch Johann (Jirgo) angeführt wurde. Im oberen Ort war der Erdalclub sesshaft und wurde von Schütz Dominikus angeführt. Diese Schülermannschaften gingen dann gleichzeitig mit der Kampfmannschaft 1931 wieder unter. Erst 1938, nach dem Anschluss an das damalige tausendjährige Reich, waren wieder Bestrebungen im Gange, den beinahe vergessenen Fußballsport wieder zu neuem Leben zu erwecken. Die Initiative ging damals von der Hitlerjugend aus. Als Trainingsplatz wurde anfänglich der „Peischl-Graben“ verwendet und später die „DUWLWIESE“.
Leider hatte diese Sportanlage einen kleinen Schönheitsfehler, denn auf der linken Seite hatte ein stattlicher Birnbaum das Bedürfnis, seine Krone gegen den Himmel zu erheben, und so mancher gut gezielte Ball musste von seinem Haupt mittels einer bereitliegenden langen Leiter wieder zu Boden geholt werden. Lange stand er sowieso dem Sport nicht im Wege, weil diese Spieler allmählich zu den Fahnen gerufen wurden und der Fußballsport wieder für längere Zeit auf Eis gelegt werden musste.

Der Sportverein Rohrbach wurde am 27.2.1946 von Franz Radowan, Hans Hosenseidl, Lorenz Schütz, Julius Herowitsch, Matthias Fasching, Hans Bauer, Lorenz Kutrowatz, Ferdinand Riegler, Matthias Radowan und Johann Pinezich gegründet. Die genannten Vereinsfunktionäre waren auch alle eingefleischte Idealisten, denn welche Hindernisse von den Sportbegeisterten überwunden werden mussten, um den Spielbetrieb zu gestalten, kann sich heute kaum noch jemand vorstellen. An eine Sportbekleidung, wie es die Regel vorschrieb, war kaum zu denken. Wohl kamen die Akteure mit Sporthosen, mit Sporthemden, die wieder mit Lang- und Kurzarm oder ärmellos waren. Schuhe sah man aus feinem Kalbsleder, feste Arbeitsschuhe und kurze Schaftstiefel aus Rindsleder. Richtige Sportschuhe waren selten. Noch schlimmer war es um den Ball bestellt. Es gab Spiele, wo der Ball zweimal sein „Leben“ aushauchte und dann die Blase(Seele) erst geklebt werden musste, bevor „Frischluft“ eingepumpt und das Leder verschnürt werden konnte.

Am 25. August 1946 erfolgte der Startschuss zur Meisterschaft.

Nach der Vereinsgründung und der Austragung mehrerer Freundschaftsspiele erfolgte im Meisterschaftsjahr 1946/47 auch der Start im offiziellen Fußballbewerb des Burgenlandes und zwar in der 2. Klasse Mitte. Heimspiele wurden in Mattersburg ausgetragen, da ja Rohrbach keine Sportanlage besaß.
Wie überall, gab es auch beim SV Rohrbach Höhen und Tiefen, Schwächeperioden und Aufwärtstrends. Ungebrochen aber blieb in all den vergangenen Jahrzehnten des Fußballsports in Rohrbach die Begeisterung für diesen Sport bei den Aktiven und in der Anhängerschaft. So konnte nach langem hartem Kampf und die große Ausdauer der damaligen Vereinsleitung, unterstützt von der ganzen Ortsbevölkerung durch eifriges Mitarbeiten und finanzielle Spendenfreudigkeit, die Sportanlage eröffnet werden.
Nach der Benützung der eigenen Sportanlage waren nun die Voraussetzungen für einen einigermaßen geordneten Spielbetrieb und vor allem für das Training unserer Mannschaften gesichert.
AM 20.09.1968 wurde mit dem Kabinenbau begonnen. Die Initiative zu diesem stolzen Bauwerk ging hauptsächlich von dem damals neugewählten Obmann Paul Josef Hofer aus, und nur allein seiner persönlichen Tatkraft und seines unbeugsamen Willen ist es zu verdanken, dass dieses, wohl in seiner Ausführung einmalig für das Burgenland, repräsentative Werk eine gelungene Vollendung finden konnte.

Der Stadionbau

Hervorzuheben sind auch die anderen großen baulichen Leistungen (Tribüne und Flutlichtanlage) dieser Jahrzehnte. Durch beispielgebende Initiativen und dem Fleiß der uneigennützigen Funktionäre und Helfer sowie der tatkräftigen Hilfe der Gemeinde, des Landes und der ansässigen Firmen.