• 1963 – 1973
    1963 übernahm Siegmund Gerdenitsch das Kommando über die Freiwillige Feuerwehr aus den Händen seines Vorgängers Ochs. Die rasch wachsende Ortschaft, sowie der ausgedehnte Gemeindehotter mit der großen Waldfläche, erforderten 1970 die Ablöse des alten Kleinlöschfahrzeuges durch den Unimog 404S, dessen Patronanz Frau Katharina Grafl, geb. Horning übernahm. Dem damaligen Bürgermeister von Rohrbach, Florian Kitaibl, wurde aus diesem Anlaß die silberne Florianiplakette verliehen. 3 Jahre später wurde die beinahe 200 Jahre alte Florianikapelle von den Männern der Feuerwehr und insbesondere von Stefan Draxler und Emmerich Sauer erneuert. Die Weihe erfolgte am Tag der Feuerwehr durch den ehemaligen Ortspfarrer, Geistl. Rat Adalbert Hackl.
  • 1974 – 1984
    1974 konnte sich die Feuerwehr Rohrbach durch die Übernahme des Feuerschutzes über Marz bei der Nachbargemeinde revanchieren. Wesentliche Neuerungen erfolgten durch die Einführung von Funk (1978) und Atemschutz (1982) in der Wehr, die bei heutigen Einsätzen nicht mehr entbehrt werden können. Durch die fortschreitende Technik entstanden aber auch Gefahren, zu deren Bewältigung die Feuerwehrmänner immer wider durch Schulungen in der Landesfeuerwehrschule, auf Bezirks-, Abschnitts- und Ortsebene, sowie bei Wettkämpfen – Leistungsabzeichen, Funk- und Atemschutzbewerben – vorbereitet werden müssen. Dass seit 1962, 45 Feuerwehrmänner das Feuerwehrleistungsabzeichen in Silber, 81 in Bronze und 2 in Gold, sowie 3 Männer das Funkleistungsabzeichen in Bronze erkämpft haben, ist ein sichtbares Zeichen des Erfolges der Ausbildung. Als Anpassung an die neuen Gegebenheiten, gestiegene Anzahl der Feuerwehrmänner und vermehrte technische Ausrüstung, wurde gemeinsam mit der Gemeinde der Um- und Zubau des Feuerwehrhauses durchgeführt. Die Weihe des erneuerten bzw. erweiterten Gebäudes erfolgte schließlich im Rahmen der 90-Jahr-Feier am 15. August 1981, unter reger Beteiligung der Bevölkerung, von 12 Feuerwehren der Umgebung mit 140 Mann und vieler Ehrengäste.
    Um die finanzielle Zukunft der Wehr zu sichern und insbesondere für den Ankauf eines Tanklöschfahrzeuges zu sparen, wurde der Meierhofstadl von der Feuerwehr in mehr als 1300 freiwilligen Arbeitsstunden und mit der Unterstützung von Gönnern renoviert und zu einem Veranstaltungszentrum ausgebaut. Dieser Stadl wird seitdem von vielen örtlichen Vereinen wie Sportverein, Musikverein, ARBÖ, den politischen Parteien und auch für überörtliche Veranstaltungen (Senioren, Pensionisten, usw.) genützt, erfordert aber auf Grund der Bauweise und des Alters immer wieder große Aufwendungen zur Instandhaltung.
  • 1985 – 1992
    1985 wurde ein weiterer Schritt zur Verbesserung der Einsatzbedingungen durch den Ankauf eines Mannschafts- und Kommandofahrzeuges getan. Dieses Fahrzeug wurde so ausgebaut, dass je nach Bedarf ein Notstromaggregat mit Scheinwerfern oder ein Traggestell mit Druckschläuchen und Strahlrohren für den Schnelleinsatz bzw. als zweite Angriffslinie mitgeführt werden kann. Außerdem besteht damit die Möglichkeit, auch wenn kein LKW-Fahrer zur Verfügung steht, ein Löschangriff möglich ist. Die Weihe des Fahrzeuges erfolgte im Rahmen des traditionellen Feuerwehrfestes im August 1985. Die Patenschaft übernahm Frau Maria Sailer, geb. Schmidl.
    In den folgenden Jahren erfolgte laufend eine Ergänzung und Verbesserung der Ausrüstung. 1991 geht nun ein langgehegter Wunsch in Erfüllung. Anlässlich der 100 – Jahr Feier am 15. August 1991 soll das neue Tanklöschfahrzeug seiner Bestimmung übergeben werden. Dieses Fahrzeug hat einen Tankinhalt von 4000 Litern und ist für den Transport von Trinkwasser geeignet. Außerdem ist auf Grund der Hochdruck- Schnellangriffseinrichtungen und einer automatischen Pumpendruckregelung ein Einsatz mit bereits 3 Mann möglich. Am 4. Mai 1991 wurden das landesweite Alarmierungssystem und die Landeswarnzentrale in der Landesfeuerwehrschule in Eisenstadt in Betrieb genommen. Die Alarmierung der jeweiligen örtlichen Feuerwehr erfolgt sodann über das Funknetz. Als weitere Verbesserung der Alarmierung wären nun noch zusätzlich Sirenen zu installieren, um möglichst das gesamte verbaute Gemeindegebiet zu erreichen.
  • seit 1993
    Das einschneidenste Ereignis des letzten Jahrzehnts war aber sicherlich der Wechsel an der Spitze der Wehr. Der bisherige Kommandant OBI Siegmund Gerdenitsch, der bereits seit 1946 Mitglied der FF Rohrbach ist, legte nach 30 Jahren als Kommandant mit Erreichen der Altersgrenze sein Amt zurück. Als neuer Kommandant wurde in der Hauptdienstbesprechung 1993 OBI Lorenz Kutrovatz und als sein Stellvertreter BI Eberhard Fasching gewählt. Die feierliche Kommandoübergabe erfolgte sodann am Tag der Feuerwehr 1993, anläßlich dieser OBI Gerdenitsch auf Antrag der FF Rohrbach vom Landesfeuerwehrkommando zum Ehrenkommandanten und von der FF zum Ehrenmitglied ernannt wurde. Als Auszeichnung durch die Gemeinde wurde OBI Siegmund Gerdenitsch, nachdem er anläßlich des 100-jährigen Bestandsjubiläums bereits den Ehrenring der Gemeinde erhalten hat, auf Grund seiner Verdienste um den Aufbau der FF – z.B. Motorisierung, Feuerwehrhaus, Funk, Atemschutz und Stadlrenovierung zum Ehrenbürger der Marktgemeinde Rohrbach ernannt.
    Im Laufe der Jahre wurde immer wieder in eine verbesserte Ausrüstung investiert, sowohl in Einsatzbekleidung aus brandhemmenden Material, moderne Schutzhelme (mit Visier, Nackenschutz und Helmlampe), Funkgeräte und Atemschutzeinrichtungen wurden angeschafft. Auch eine zweite Sirene wurde beim Kriegerdenkmal zur besseren Alarmierung installiert. 1994 wurde eine neue moderne Tragkraftspritze als Ersatz für die bereits seit 1960 im Einsatz befindliche alte TS Pumpe VW Gugg, die aber immer noch zur Not benutzt werden kann, angekauft. Nicht nur bei Brandeinsätzen, auch bei Hochwasser und Sturm sowie bei Unfällen wie z.B. diversen PKW-Unfällen, LKW-Bergung, Traktorbergung und ganz besonders dem Zugsunglück in der Nähe von Rohrbach haben sich Gerät und Ausbildung bewährt. Zusätzlich wurde bei der Feuerbeschau teilgenommen, das Waldwegenetz inspiziert und eine alle zwei Jahre wiederkehrende Überprüfung von Feuerlöschern für die gesamte Bevölkerung organisiert.
    Die Marktgemeinde Rohrbach pflegt seit einigen Jahren eine enge Partnerschaft zur Gemeinde Rohrbach an der Ilm in Bayern. Aus diesem Grund nahm die FF 1998 auch an Festlichkeiten zum 125-Jahr-Jubiläum in Deutschland teil. Dieses Jubiläum wurde gemeinsam mit dem Turnverein mittels eines mehrtägigen Festes gefeiert. Die FF Rohrbach b.M. marschierte mit den beinahe 1000 deutschen Feuerwehrmännern bei einem Umzug durch die Gemeinde mit und pflegt seither einen regen Meinungsaustausch mit den bayrischen Freunden.

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