Die Gründung der FF Rohrbach und ihre Geschichte

Je größer die Gemeinde wurde, umso mehr stieg die Gefahr, dass bei Bränden mehrere Gebäude und damit viele Bewohner in Mitleidenschaft gezogen würden. Aus dieser überall in unserem Siedlungsraum bestehenden Allgemeinlage heraus wurden bereits im 18. Jahrhundert Feuerordnungen erlassen. Eine organisierte Brandbekämpfung war jedoch erst mit der Verordnung von 1888 zur Organisation und zum Aufbau des Feuerwehrwesens im damaligen westungarischen Raum möglich. Die erste Wehr in diesem Gebiet wurde 1863 in Ödenburg gegründet. Diesem Beispiel und der Verordnung entsprechend folgend, wurden in den übrigen Städten und Gemeinden in den folgenden Jahren Feuerwehrvereine ins Leben gerufen.
Am 14.05.1890 wurde bereits die Konstituierung eines Feuerwehrvereines (Fraknonadasdi önkentes tüzolto egylet) durchgeführt. Mit 15.08.1891 nahm die Feuerwehr unter dem ersten Kommandanten Ferdinand Landl und dem Präsidenten des Vereines Herovits Matthias ihre Tätigkeit auf. Über die Zeit von 1891 – 1911 liegen bis auf Anmerkungen über folgende Brände – 1898 Gerdenitsch Franz Hauptplatz, 1901 Mihalits Paul Hauptstr. 85 u. Tax Paul Hauptstrasse 84, 1905 Pusits Stefan Hauptstr. 85, Gerdenitsch Josef Hauptstr. 87 und Herowitsch Stefan Hauptstr. 16 und einer Aufstellung über den Mannschafts- und Gerätestand von 1900 keine Aufzeichnungen vor.
Ab 1911 wurde ein Protokollbuch geführt, aus dem der Werdegang der Wehr ersichtlich ist. In diesem Jahr (1911) und zwar am 12. und 13. August wurde das 20-jährige Gründungsfest mit der Weihe der ersten Fahne – Patin war Frau Magdalena Pinezich – unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und von Feuerwehrvereinen der Umgebung abgehalten. Die Organisation der Feierlichkeiten übernahm mit großem Erfolg der seinerzeitige Schriftführer Oberlehrer Karl Fleck, der auf Grund seiner Bemühungen um das Feuerwehrwesen später auch im Landesverband tätig war.

  • 1911 – 1920
    Über die Tätigkeit der Wehr von 1911 – 1913 stammen Jahresberichte und Berichte über Brandschäden z.B.: 1913 – Moritz Berggasse 12, Wittmann Berggasse; 1917 – Kutrowatz Johann Hauptstr. 69, Kratochwill Johann Hauptstr. 69, Trimmel Karl Hauptstr. 63, Berger Hauptstr. 52, Holzinger Hauptstr. 54, Pinezich Johann Hauptstr. 56, Wittmann Eduard Hauptstr. 47; 1927 – Horning Johann Hauptstr. 40, Pusitz Paul Hauptstr. 1, Rauhofer Richard Hauptplatz 5 und Zachs Leni Hauptstr. 124; Am 8.4.1912 wurde beschlossen, jedes Jahr in den Monaten April, Mai, und September Übungen abzuhalten. Diese Tradition lebt bis heute fort, indem der jährliche Übungsbeginn mit Ostermontag festgelegt ist. Die “allgemeinen” Übungen setzen sich sodann bis zur Inspizierung Ende April/Anfang Mai fort. Weitere Übungen auf Orts-, Abschnitts- und Bezirksebene, verteilt über das ganze Jahr, sowie sogenannte Winterschulungen, ergänzen das Ausbildungsprogramm. Eine Entscheidende Änderung im Übungsablauf erfolgte am 20.1.1919 als statt Ungarisch die deutsche Sprache als Kommandosprache eingeführt wurde.
  • 1921 – 1927
    Am 15.4.1921 kam es schließlich zur Gründung des Landesverbandes für das Feuerwehr- und Rettungswesens in Mattersburg. Diesem Verband gehörte in leitenden Funktionen außer Karl Fleck (Kassier) ab 1929 auch der Lehrer Johann Bauer an. Weiters waren in den folgenden Jahren in der Bezirksfeuerwehrorganisation Ferdinand Landl, Karl Jagaditsch und Dominikus Ochs tätig. Karl Jagaditsch wirkte darüber hinaus als Vortragender bei Feuerwehrlehrgängen in Wiener Neustadt. Da 1921 auch das Burgenland zu österreich gekommen war, wurde die 30-Jahr-Feier unter Präses Johann Horning besonders festlich in 3 Gasthäusern und im Herrschaftsgarten (heutiger Meierhof) mit mehreren Kapellen und der Weihe eines Fahnenbandes (Patin Magdalena Pinezich) unter zahlreicher Beteiligung der Nachbarfeuerwehren begangen. Interessant ist, dass bereits anlässlich einer Inspizierung am 22.5.1921 durch den Feuerwehrinspektor Postl die Gründung eines Sportvereines angeregt wurde.
    In den folgenden Jahren wurden weiterhin Bälle und Feste, wie Weinlese- und Sommerfeste veranstaltet, um die notwendigen Ausgaben für den Feuerschutz decken zu können. Da dies aber nicht immer möglich war, wurde bereits 1923 bei der Gemeinde ein Zuschuss beantragt. 1924 wurde Kommandant Landl zum Bezirksobmann von Mattersburg gewählt, weshalb Karl Jagaditsch als sein Nachfolger berufen wurde. 1925 kam als Folge der Zugehörigkeit des Burgenlandes zu österreich erstmals statt der ungarischen Bezeichnung “Fraknonadasd” der Name FF Rohrbach zur Anwendung. In diese Zeit fällt auch die Neuuniformierung, die aus dem Erlös eines Weinlesefestes finanziert wurde. Im Oktober 1925 wurde schließlich der Beschluss zum Ankauf einer Motorspritze (Finanzierung mittels Bausteinaktion) gefasst. Die Übergabe dieser Spritze konnte im Juli 1926 im Rahmen einer 35-Jahr-Feier erfolgen.
  • 1928 – 1944
    1928 kam es zum Ankauf eines Mannschaftswagens aus dem Wiener Feuerwehrdepot. Als Ergänzung wurde ein Vorderwagen für die Spritze angeschafft. Diese Wagen standen sodann bis 1960 in Verwendung. 1928 errichtete die Gemeinde ein Spritzenhaus, wofür der Gemeindeverwaltung anlässlich der Generalversammlung des Feuerwehrvereines am 4.1.1929 der innigste Dank ausgesprochen wurde. Im folgenden Jahr wurde beschlossen, Unterhaltungen abwechselnd in allen Lokalen der Gemeinde abzuhalten, was auch noch heute beibehalten wird. 1930 erfolgte die Versetzung des Vereinsobmannes, des Pfarrers Lukacs nach Kleinhöflein. Als sein Nachfolger wurde Johann Horning gewählt. Zu der im Jahre 1934 vorgesehenen Generalversammlung und der Neuwahl der Funktionäre kam es wegen des verordneten Versammlungsverbotes und auf Grund des Inkrafttretens des neuen Feuerwehrgesetzes per 24.4.1935, das noch bis 1994 gültig war, nicht mehr. (Nach diesem Gesetz ist die Feuerwehr eine Körperschaft öffentlichen Rechts, deren Unterhalt der Gemeinde obliegt) Daher wurden die Auflösung des Vereines per 1.7.1935 und die Ernennung sämtlicher Ausschussmitglieder zu Ehrenmitgliedern beschlossen.
    Nach der Wahl des bisherigen Ortskommandanten Karl Jagaditsch im Juli 1937 zum Bezirkskommandanten übernahm 1938 der “Ortsfeuerwehrführer” Vinzenz Pöpperl die Leitung der Feuerwehr. Die ersten Jahre nach der Einführung der Neuordnung des Feuerwesens fielen in die Zeit des 2. Weltkrieges. Der Feuerschutz musste daher weitgehend von Jugendfeuerwehren (HJ) und in manchen Gemeinden sogar von Frauen übernommen werden.
  • 1945 – 1954
    Nach dem Krieg wurde die Ortsfeuerwehr durch den nächsten Kommandanten Dominikus Ochs wieder neu aufgestellt. In der Zeit bis zur Lieferung einer Motorspritze RW 80, die am 14. November 1948 feierlich geweiht wurde, musste der Feuerschutz über Rohrbach von der Nachbarfeuerwehr Marz übernommen werden. 1950 wurde die jetzige Fahne angekauft und unter der Patronanz von Frau Ludmilla Werschlan, geb. Sailer, im Rahmen des 60-Jahr Jubiläums (Grundlage der Dezenienfeiern war nach 1945 bis 1970 das Jahr der Konstituierung) am 27. August, geweiht.
  • 1955 – 1962
    Am 15.5.1955 feierte man unter Bgm. Sinowatz das 65. Gründungsjubiläum. Nach dem Abzug der Besatzungsmächte 1955 wurde der Neubau des Feuerwehrhauses (Teil des heutigen Gebäudes) in Angriff genommen und am 17. August 1958 feierlich geweiht und der Feuerwehr übergeben. Als Ablöse des von Pferden und später vom Traktor gezogenen Mannschafts- und Spritzenwagens wurde 1960 ein Kleinlöschfahrzeug Ford FK 1250 und eine Tragkraftspritze VW Gugg Automatik durch die Patin Hedwig Heidenreich, geb. Michalitsch übergeben.

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