Anfänglich wurde das Fronleichnamsfest ohne Prozession gefeiert. Die erste sichere Bezeugung der Festprozession stammt aus der St. Gereonskirche in Köln, wo das Kapitel sie zwischen 1264 und 1279 zugleich mit dem Feste annahm. Dabei wurde der Leib Christi an der Spitze des Zuges in einer Pyxis (kostbar verzierte, metallene, innen vergoldete Dose) mitgetragen. Aber es war die Sehnsucht des Volkes, die unverhüllte Hostie zu sehen. Diesem Druck des Volkes wurde bald nachgegeben. Die Monstranz, die im 16. Jh. ihre allmähliche Verbreitung fand, war als offenes Gefäß für die Prozession bestens geeignet. Nach dem 2. Vatikanischen Konzil hat vieles an volkstümlichem Brauchtum, das sich rund um dieses Fest angesammelt hatte, an Bedeutung verloren. Man sollte jedoch in Dankbarkeit auf die Frömmigkeit vergangener Generationen schauen, auch wenn wir zu manchen Formen heute schwer Zugang finden. Und so ist auch die jährliche Fronleichnamsprozession in Rohrbach ein wichtiger Bestandteil im kirchlichen Leben.

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